SDGs in der Praxis — Was kann ich tun?
Schüler untersuchen den eigenen ökologischen Fußabdruck und entwickeln konkrete Handlungsstrategien — vom persönlichen Verhalten bis zu politischem Engagement.
KI-Kontext
KI kann Informationen über SDGs und Maßnahmen liefern. Die Selbstreflexion und persönliche Entscheidung in Aufgabe 3–4 sind KI-frei.
Geförderte Kompetenzen
- Eigenen CO₂-Fußabdruck berechnen und in globalen Kontext einordnen
- Systemdenken anwenden: individuelle und strukturelle Ebenen unterscheiden
- Zwischen individuellem und strukturellem Handeln abwägen
- Realistische Handlungsstrategien entwickeln und begründen
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Dieses Aufgabenblatt steht als druckfertiges PDF zur Verfügung.
Überblick für Lehrkräfte
Die 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen sind ein globaler Rahmen — aber für Schülerinnen oft abstrakt. Dieses Aufgabenblatt macht den Einstieg konkret: Mit einer vereinfachten Berechnung des eigenen CO₂-Ausstoßes entsteht ein persönlicher Bezug, der dann in globale Zusammenhänge eingebettet wird. Ziel ist nicht Schuldbewusstsein, sondern Handlungsorientierung: Was kann ich tun — und wo liegen die Grenzen individuellen Handelns?
Eine zentrale Spannung des Blatts ist die Frage nach individueller versus struktureller Verantwortung. Diese Spannung ist produktiv: Schülerinnen sollen beide Ebenen verstehen und nicht in das Entweder-oder-Denken verfallen („Ich allein kann nichts tun” oder „Jeder muss nur sein Verhalten ändern”). Aufgaben 3 und 4 sind KI-frei, weil sie persönliche Reflexion und Urteilsbildung erfordern, die KI-Tools nicht ersetzen können.
Der Ansatz
Das Blatt verbindet Quantitatives (Fußabdruck-Berechnung, Vergleichsdaten) mit Qualitativem (Diskussion, Strategieentwicklung). Die Zahlen geben Schülerinnen eine Grundlage, um die Debatte nicht im Ungefähren zu führen. Der Vergleich mit dem 1,5°C-kompatiblen Ziel (ca. 2 t CO₂ pro Person und Jahr) macht deutlich, wie groß die Herausforderung ist — und wie unrealistisch es wäre, sie allein durch individuelle Verhaltensänderung zu lösen.
Aufgabenstruktur
Aufgabe 1: Mein Fußabdruck — Berechnung
Schülerinnen schätzen ihren jährlichen CO₂-Ausstoß anhand einer vereinfachten Tabelle mit vier Bereichen:
| Bereich | Beispielwerte (dt. Durchschnitt) |
|---|---|
| Ernährung | ~1,7 t CO₂ (vegan: ~0,8 t; fleischreich: ~2,5 t) |
| Mobilität | ~2,1 t (kein Auto: ~0,6 t; Vielfliegerin: +5 t) |
| Wohnen & Energie | ~2,4 t (Wärmedämmung, Stromquelle) |
| Konsum & Sonstiges | ~3,4 t (Kleidung, Elektronik, Dienstleistungen) |
Schülerinnen schätzen für sich selbst (Elternhaushalt) und addieren die Bereiche. Das Ergebnis wird als Kreisdiagramm skizziert.
Aufgabe 2: Vergleich mit globalem Durchschnitt
Drei Vergleichswerte werden gegenübergestellt:
- Globaler Durchschnitt: ca. 4,7 t CO₂/Person/Jahr
- Deutsches Durchschnitt: ca. 9,7 t CO₂/Person/Jahr
- 1,5°C-kompatibles Ziel bis 2030: ca. 2,0 t CO₂/Person/Jahr
Aufgabe: Die eigenen Werte einordnen. Was fällt auf? Wer trägt die größere Verantwortung — reiche oder arme Länder?
Aufgabe 3: Drei Hebel identifizieren [KI-frei]
Schülerinnen identifizieren für sich persönlich die drei Bereiche mit dem größten Hebel und entwickeln je eine konkrete, realistische Maßnahme. Wichtig: Lehrkraft betont, dass Maßnahmen realistisch sein müssen — nicht idealistisch, sondern umsetzbar im Alltag.
Aufgabe 4: Diskussion — Ist individuelles Handeln wirkungslos? [KI-frei]
„Ist individuelles Handeln wirkungslos, wenn die Politik nicht mitmacht?” — Schülerinnen nehmen eine begründete Position ein (5–8 Sätze). Beide Positionen sollen vertreten werden, bevor eine eigene Meinung formuliert wird.
Aufgabe 5: Systemische Vorschläge
Was muss sich strukturell ändern? Schülerinnen entwickeln je einen Vorschlag für drei Ebenen: Kommunalpolitik, Bundesregierung, EU. Bezug zu mindestens einem der 17 SDGs ist Pflicht.
Einsatzmöglichkeiten
- Einstieg ins SDG-Thema: Aufgabe 1–2 als Aktivierungsphase, bevor die SDGs als Gesamtrahmen eingeführt werden
- Projektarbeit: Alle fünf Aufgaben als zweistündige Einheit mit abschließender Präsentation
- Fächerübergreifend: Aufgabe 4 im Ethikunterricht (Verantwortungsethik), Aufgabe 5 in Politik/Sozialkunde (politisches System)
- Differenzierung: Leistungsstärkere können den Fußabdruck mit dem offiziellen Umweltbundesamt-Rechner verfeinern und mit der Vereinfachungstabelle vergleichen
Die Kernbotschaft
Nachhaltigkeit braucht beides: Menschen, die ihr Verhalten hinterfragen — und Systeme, die nachhaltiges Verhalten leicht und günstig machen.