Ein Kommunikationssatellit soll auf einer geostationären Umlaufbahn positioniert werden. Die folgenden Konstanten sind gegeben:
Masse der Erde: ME=5,972⋅1024kg
Erdradius: RE=6371km
Gravitationskonstante: G=6,674⋅10−11kg2N⋅m2
(a) Erklären Sie, was unter einem geostationären Satelliten zu verstehen ist, und nennen Sie eine praktische Anwendung. (2 BE)
(b) Berechnen Sie den Bahnradius r des geostationären Satelliten. (4 BE)
(c) Bestimmen Sie die Höhe h des Satelliten über der Erdoberfläche. (2 BE)
(d) Berechnen Sie die Bahngeschwindigkeit v des Satelliten. (3 BE)
(e) Leiten Sie die 1. kosmische Geschwindigkeit (Kreisbahngeschwindigkeit an der Erdoberfläche) her und erklären Sie, warum ein geostationärer Satellit langsamer ist. (4 BE)
Ein geostationärer Satellit umkreist die Erde auf einer Kreisbahn in der Äquatorebene mit einer Umlaufdauer von exakt T=24h=86400s. Da seine Umlaufdauer mit der Erdrotation übereinstimmt, steht er für einen Beobachter auf der Erde scheinbar still über einem festen Punkt am Äquator.
Praktische Anwendungen:
Telekommunikation: Satellitenfernsehen und Telefon (z. B. Astra, Hotbird)
Wetterbeobachtung: Permanente Überwachung derselben Erdregion (z. B. Meteosat)
Die 1. kosmische Geschwindigkeit v1 ist die minimale Geschwindigkeit für eine Kreisbahn direkt an der Erdoberfläche (r=RE). Gleichsetzen von Gravitations- und Zentripetalkraft:
G⋅RE2ME⋅m=m⋅REv12
v1=REG⋅ME
Einsetzen:
v1=6,371⋅1066,674⋅10−11⋅5,972⋅1024
v1=6,371⋅1063,986⋅1014=6,255⋅107
v1≈7,91skm
Warum ist der geostationäre Satellit langsamer?
Allgemein gilt für die Kreisbahngeschwindigkeit:
v=rG⋅ME
Die Bahngeschwindigkeit ist umgekehrt proportional zur Wurzel des Bahnradius: Je weiter der Satellit von der Erde entfernt ist, desto schwächer ist die Gravitationskraft, und desto geringer muss die Zentripetalbeschleunigung (und damit die Geschwindigkeit) sein, um die Kreisbahn zu halten.
Mit rgeo=42240km≈6,6⋅RE folgt:
v1vgeo=rgeoRE=6,61≈0,39
Der geostationäre Satellit fliegt also nur mit etwa 39 % der 1. kosmischen Geschwindigkeit.