Lorentzkraft — Teilchenbeschleunigung und Kreisbahn
Aufgabenstellung
Ausgangspunkt
Ein Proton bewegt sich mit der Geschwindigkeit senkrecht in ein homogenes Magnetfeld der magnetischen Flussdichte .
Gegeben:
- Masse des Protons:
- Ladung des Protons:
- Geschwindigkeit:
- Magnetische Flussdichte:
Aufgaben
-
(a) Berechne die Lorentzkraft, die das Magnetfeld auf das Proton ausübt. Welche Richtung hat die Kraft, wenn das Proton in -Richtung fliegt und das Feld in -Richtung zeigt? (3 BE)
-
(b) Das Proton bewegt sich aufgrund der Lorentzkraft auf einer Kreisbahn. Leite den Ausdruck für den Kreisbahnradius her (durch Gleichsetzen von Lorentzkraft und Zentripetalkraft) und berechne . (3 BE)
-
(c) In einem Massenspektrometer werden Ionen mit derselben Ladung und derselben Geschwindigkeit in dasselbe Magnetfeld eingeschossen. Ein Ion hat die doppelte Masse des Protons (). Berechne seinen Kreisbahnradius und erkläre, wie das Massenspektrometer Ionen verschiedener Masse trennt. (3 BE)
Lösungsweg
Schritt 1: Lorentzkraft (a)
Die Lorentzkraft auf eine Ladung , die sich mit Geschwindigkeit senkrecht zu einem Magnetfeld bewegt, berechnet sich nach:
Einsetzen der gegebenen Werte:
Richtungsbestimmung mit der Drei-Finger-Regel (rechte Hand):
- Daumen (Strom/Bewegungsrichtung): -Richtung
- Zeigefinger (Magnetfeld ): -Richtung
- Mittelfinger (Kraft): zeigt in -Richtung
Das Proton wird also in -Richtung abgelenkt — senkrecht sowohl zur Bewegungsrichtung als auch zum Magnetfeld.
Wichtige Feststellung: Die Lorentzkraft steht stets senkrecht auf der Geschwindigkeit. Sie verrichtet daher keine Arbeit () und ändert nicht den Betrag der Geschwindigkeit, nur ihre Richtung.
Schritt 2: Kreisbahnradius (b)
Da die Lorentzkraft immer senkrecht zur Geschwindigkeit steht, wirkt sie als Zentripetalkraft und zwingt das Proton auf eine Kreisbahn.
Gleichsetzen von Lorentzkraft und Zentripetalkraft:
Auflösen nach (beide Seiten durch dividieren):
Einsetzen der Werte:
Zähler:
Nenner:
Einheitenkontrolle:
(da )
Schritt 3: Massenspektrometer — Ion doppelter Masse (c)
Kreisbahnradius für :
Aus der hergeleiteten Formel folgt direkt, dass der Radius proportional zur Masse ist:
Einsetzen:
Funktionsprinzip des Massenspektrometers:
Im Massenspektrometer werden alle Ionen zunächst auf dieselbe Geschwindigkeit beschleunigt (z.B. durch einen elektrischen Selektor, der nur Ionen mit passieren lässt — „Geschwindigkeitsfilter” aus gekreuzten elektrischen und magnetischen Feldern).
Anschließend treten die Ionen in ein homogenes Magnetfeld ein. Da und alle Ionen gleiches , gleiches und gleiches haben, ist der Radius ausschließlich von der Masse abhängig: .
- Leichtere Ionen (kleine ): kleiner Radius, enger Bogen
- Schwerere Ionen (große ): großer Radius, weiter Bogen
Am Ende beschreiben alle Ionen einen Halbkreis und treffen einen Detektor (z.B. Fotofilm oder elektronischen Sensor) an verschiedenen Positionen. Der Auftreffpunkt erlaubt die direkte Berechnung der Masse. Auf diese Weise lassen sich z.B. Isotope desselben Elements (gleiche Ladungszahl, verschiedene Massenzahl) präzise trennen und messen.
Ergebnis
| Teilaufgabe | Ergebnis |
|---|---|
| (a) Lorentzkraft | , Richtung: |
| (b) Kreisbahnradius Proton | |
| (c) Kreisbahnradius doppelter Masse | |
| (c) Prinzip | bei gleichem , , — Ionen trennen sich nach Masse |