Concept Maps erstellen – Wissensstrukturen sichtbar machen
Concept Maps erstellen und im Unterricht nutzen — Wissensstrukturen sichtbar machen.
Geförderte Kompetenzen
- Strukturierung und Vernetzung fachlicher Konzepte
- Explizite Darstellung von Beziehungen zwischen Begriffen
- Reflexion über eigenes Vorwissen und Wissenslücken
- Transferfähigkeit durch visuelle Wissensorganisation
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Dieses Methodenguide steht als druckfertiges PDF zur Verfügung.
Einsatzkontext
Concept Maps sind visuelle Darstellungen von Wissensstrukturen. Im Gegensatz zur Mindmap zeigen sie nicht nur Begriffe, sondern auch die Beziehungen zwischen Begriffen – mit beschrifteten Pfeilen.
Einsatzmöglichkeiten:
- Vorwissen aktivieren: Zu Beginn einer Einheit – Was wissen Schülerinnen und Schüler bereits?
- Struktur sichtbar machen: Am Ende einer Einheit – Wie hängt alles zusammen?
- Reflexion: Vergleich einer Concept Map vor und nach der Einheit zeigt Lernzuwachs
- Diagnose: Lehrkraft erkennt Fehlvorstellungen und Vernetzungslücken
Unterschied: Concept Map vs. Mindmap
| Merkmal | Concept Map | Mindmap |
|---|---|---|
| Zentrum | Kein festes Zentrum | Ein Kernbegriff |
| Beziehungen | Beschriftete Pfeile | Nur Äste |
| Hierarchie | Netz (beliebige Verknüpfungen) | Baum (vom Zentrum aus) |
| Aussagen | Zeigt Propositionen (A → B) | Zeigt Assoziationen |
| Geeignet für | Komplexe Zusammenhänge | Brainstorming, Überblick |
So erstellt man eine Concept Map
Schritt 1: Schlüsselbegriffe sammeln
Notieren Sie 10–15 zentrale Begriffe des Themas auf Karten oder Haftnotizen. Bei Schülerinnen und Schülern: erst allein, dann ergänzen.
Beispiel (Thema: Ökosystem): Produzenten, Konsumenten, Destruenten, Nahrungskette, Energie, Fotosynthese, Biomasse, Zersetzer …
Schritt 2: Begriffe anordnen
Legen Sie die Karten so, dass verwandte Begriffe nah beieinander liegen. Allgemeinere Begriffe oben, spezifischere unten (hierarchisch) – oder frei (als Netzwerk).
Schritt 3: Pfeile einzeichnen und beschriften
Verbinden Sie zusammenhängende Begriffe mit Pfeilen. Beschriften Sie jeden Pfeil mit einem Verb oder kurzen Ausdruck, der die Beziehung erklärt.
Beispiele für Pfeilbeschriftungen:
- „enthält” / „besteht aus”
- „beeinflusst” / „reguliert”
- „ist Teil von” / „führt zu”
- „wandelt … in … um”
Schritt 4: Querkopplungen ergänzen
Verbindungen zwischen Ästen oder weit entfernten Begriffen – das sind die wertvollsten Verbindungen, da sie echtes Vernetzungsdenken zeigen.
Digital vs. Analog
| Analog | Digital |
|---|---|
| Karten auf Tisch/Tafel | Tools: Miro, Figma, Canva, draw.io |
| Flexible Umstrukturierung | Einfaches Überarbeiten |
| Haptisch, kreativ | Gut für Hausaufgaben |
| Kein Gerät nötig | Ergebnis leicht speicherbar |
Bewertungskriterien
Falls Concept Maps benotet werden:
| Kriterium | Beschreibung |
|---|---|
| Vollständigkeit | Alle relevanten Kernbegriffe vorhanden |
| Richtigkeit | Pfeile und Beschriftungen fachlich korrekt |
| Vernetzungstiefe | Querkopplungen zwischen verschiedenen Bereichen |
| Hierarchie | Sinnvolle Anordnung von allgemein zu spezifisch |
| Präsentation | Übersichtlich, lesbar, klar strukturiert |
Tipps
- Führen Sie Concept Maps zunächst als Lernaktivität ein, bevor Sie sie bewerten.
- Lassen Sie Schülerinnen und Schüler ihre Maps am Ende einer Einheit mit der Anfangsversion vergleichen – das macht Lernfortschritt sichtbar.
- Eine gemeinsam erstellte Klassen-Concept Map an der Tafel eignet sich gut als Unterrichtssicherung.