Eine kleine Kugel der Masse m=0,2kg rollt reibungsfrei von einer Höhe h auf einer Bahn in einen vertikalen Looping mit dem Radius r=0,5m. Der tiefste Punkt des Loopings liegt auf Bodenniveau (h=0). Verwenden Sie g=9,81s2m.
(a) Bestimmen Sie die Mindestgeschwindigkeit am höchsten Punkt des Loopings, damit die Kugel gerade noch die Bahn nicht verlässt. (3 BE)
(b) Berechnen Sie die minimale Starthöhe hmin, aus der die Kugel losrollen muss, damit sie den Looping vollständig durchläuft. (3 BE)
(c) Die Kugel startet aus der Höhe h=2m. Berechnen Sie ihre Geschwindigkeit am tiefsten Punkt des Loopings. (3 BE)
(d) Berechnen Sie die Normalkraft, die die Bahn am tiefsten Punkt des Loopings auf die Kugel ausübt, wenn sie aus h=2m startet. (3 BE)
Am Scheitelpunkt des Loopings wirken auf die Kugel die Gewichtskraft FG=m⋅g und die Normalkraft FN der Bahn — beide nach unten zum Kreismittelpunkt gerichtet. Diese Kräfte müssen zusammen die Zentripetalkraft aufbringen:
FG+FN=rm⋅voben2
Die kritische Bedingung für das Durchfahren des Loopings ist, dass die Normalkraft gerade null wird (FN=0). Dann trägt allein die Gewichtskraft die Zentripetalkraft:
m⋅g=rm⋅vmin2
Die Masse kürzt sich heraus:
vmin2=g⋅r
vmin=g⋅r
Einsetzen:
vmin=9,81s2m⋅0,5m
vmin=4,905s2m2
vmin≈2,21sm
Hinweis: Wird die Geschwindigkeit am Scheitelpunkt kleiner als vmin, reicht die Gewichtskraft nicht mehr aus, um die Kugel auf der Kreisbahn zu halten — sie löst sich von der Bahn und fällt nach unten.
Die Kugel startet aus der Ruhe (v0=0) in der Höhe hmin und muss am Scheitelpunkt des Loopings (Höhe hD=2r) mindestens die Geschwindigkeit vmin erreichen. Der Energieerhaltungssatz liefert:
m⋅g⋅hmin=21⋅m⋅vmin2+m⋅g⋅2r
Die Masse kürzt sich heraus. Einsetzen von vmin2=g⋅r:
g⋅hmin=21⋅g⋅r+g⋅2r
hmin=21r+2r
hmin=25r
Einsetzen:
hmin=25⋅0,5m
hmin=1,25m
Interpretation: Die Starthöhe muss mindestens das 2,5-Fache des Loopingradius betragen. Dieses Ergebnis ist unabhängig von der Masse der Kugel — es gilt universell für jeden reibungsfreien Looping.
Die Kugel startet aus der Ruhe (v0=0) in der Höhe h=2m. Am tiefsten Punkt des Loopings (h=0) ist die gesamte potenzielle Energie in kinetische Energie umgewandelt:
m⋅g⋅h=21⋅m⋅vunten2
Die Masse kürzt sich heraus:
vunten=2⋅g⋅h
Einsetzen:
vunten=2⋅9,81s2m⋅2m
vunten=39,24s2m2
vunten≈6,26sm
Kontrolle: Die Starthöhe h=2m ist größer als hmin=1,25m, also durchläuft die Kugel den Looping vollständig. ✓
Am tiefsten Punkt des Loopings wirkt die Normalkraft FN nach oben (zum Kreismittelpunkt) und die Gewichtskraft FG nach unten. Die resultierende Kraft zum Kreismittelpunkt liefert die Zentripetalkraft:
FN−m⋅g=rm⋅vunten2
FN=m⋅g+rm⋅vunten2
FN=m(g+rvunten2)
Einsetzen mit vunten2=39,24s2m2:
FN=0,2kg⋅(9,81s2m+0,5m39,24s2m2)
FN=0,2kg⋅(9,81+78,48)s2m
FN=0,2kg⋅88,29s2m
FN≈17,7N
Interpretation: Die Normalkraft ist das m⋅gFN=0,2⋅9,8117,7≈9,0-Fache der Gewichtskraft. Am tiefsten Punkt muss die Bahn also eine Kraft aufbringen, die deutlich über die Gewichtskraft hinausgeht, da zusätzlich die Zentripetalkraft bereitgestellt werden muss.
Allgemein lässt sich die Normalkraft am tiefsten Punkt auch direkt aus der Starthöhe ausdrücken. Mit vunten2=2gh: