Mittelstufe Standardaufgabe 10 Punkte ~20 Min. Natur & Technik

Galvanische Zelle aufbauen und EMK berechnen

Aufgabenstellung

Eine galvanische Zelle wird aus einer Zink-Halbzelle (Zn/Zn2+\text{Zn}/\text{Zn}^{2+}) und einer Kupfer-Halbzelle (Cu/Cu2+\text{Cu}/\text{Cu}^{2+}) aufgebaut. Die Salzlösungen haben jeweils die Konzentration c=1,0  mol/Lc = 1{,}0\;\text{mol/L} (Standardbedingungen).

Gegeben:

  • E°(Zn2+/Zn)=0,76  VE°(\text{Zn}^{2+}/\text{Zn}) = -0{,}76\;\text{V}

  • E°(Cu2+/Cu)=+0,34  VE°(\text{Cu}^{2+}/\text{Cu}) = +0{,}34\;\text{V}

  • (a) Beschreiben Sie den Aufbau der galvanischen Zelle (Daniell-Element). Benennen Sie Anode, Kathode, Elektronenflussrichtung und die Funktion der Salzbrücke. (4 BE)

  • (b) Formulieren Sie die Teilreaktionen an beiden Elektroden und die Gesamtreaktion. Berechnen Sie die Standardzellspannung (EMK). (3 BE)

  • (c) Erklären Sie mithilfe der elektrochemischen Spannungsreihe, warum Zink das unedlere Metall ist und was geschieht, wenn man ein Zinkblech in eine Kupfersulfat-Lösung taucht. (3 BE)

Lösungsweg

Schritt 1: Aufbau der galvanischen Zelle (a)

Das Daniell-Element besteht aus zwei räumlich getrennten Halbzellen:

Linke Halbzelle (Anode): Ein Zinkblech taucht in eine Zinksulfat-Lösung (ZnSO4\text{ZnSO}_4, c=1,0  mol/Lc = 1{,}0\;\text{mol/L}). Hier findet die Oxidation statt: Zink gibt Elektronen ab und geht als Zn2+\text{Zn}^{2+} in Lösung. Die Anode ist der Minuspol (Elektronenquelle).

Rechte Halbzelle (Kathode): Ein Kupferblech taucht in eine Kupfersulfat-Lösung (CuSO4\text{CuSO}_4, c=1,0  mol/Lc = 1{,}0\;\text{mol/L}). Hier findet die Reduktion statt: Cu2+\text{Cu}^{2+}-Ionen nehmen Elektronen auf und scheiden sich als metallisches Kupfer ab. Die Kathode ist der Pluspol (Elektronensenke).

Elektronenfluss: Die Elektronen fließen über einen äußeren Leiter (Draht) von der Anode (Zn) zur Kathode (Cu) — also vom Minus- zum Pluspol. Dieser Elektronenfluss ist der nutzbare elektrische Strom.

Salzbrücke: Eine Salzbrücke (z. B. mit KNO3\text{KNO}_3-Lösung getränktes U-Rohr) verbindet die beiden Halbzellen. Sie ermöglicht den Ionentransport zum Ladungsausgleich: K+\text{K}^+-Ionen wandern zur Kathoden-Lösung (wo durch Cu2+\text{Cu}^{2+}-Reduktion positive Ladung verbraucht wird), NO3\text{NO}_3^--Ionen wandern zur Anoden-Lösung (wo durch Zn2+\text{Zn}^{2+}-Bildung positive Ladung entsteht). Ohne Salzbrücke würde der Stromfluss sofort zum Erliegen kommen, da sich die Halbzellen elektrisch aufladen.

Schritt 2: Reaktionsgleichungen und EMK (b)

Oxidation an der Anode (Zink):

Zn    Zn2++2e\text{Zn} \;\longrightarrow\; \text{Zn}^{2+} + 2\,e^-

Reduktion an der Kathode (Kupfer):

Cu2++2e    Cu\text{Cu}^{2+} + 2\,e^- \;\longrightarrow\; \text{Cu}

Gesamtreaktion:

Zn+Cu2+    Zn2++Cu\text{Zn} + \text{Cu}^{2+} \;\longrightarrow\; \text{Zn}^{2+} + \text{Cu}

Berechnung der Standardzellspannung (EMK):

E°Zelle=E°KathodeE°AnodeE°_{\text{Zelle}} = E°_{\text{Kathode}} - E°_{\text{Anode}}

E°Zelle=E°(Cu2+/Cu)E°(Zn2+/Zn)E°_{\text{Zelle}} = E°(\text{Cu}^{2+}/\text{Cu}) - E°(\text{Zn}^{2+}/\text{Zn})

E°Zelle=(+0,34  V)(0,76  V)E°_{\text{Zelle}} = (+0{,}34\;\text{V}) - (-0{,}76\;\text{V})

E°Zelle=+1,10  V\boxed{E°_{\text{Zelle}} = +1{,}10\;\text{V}}

Die positive Zellspannung bestätigt, dass die Reaktion freiwillig abläuft.

Schritt 3: Spannungsreihe und Zink in Kupfersulfat-Lösung (c)

Elektrochemische Spannungsreihe: Die Standardpotentiale ordnen Metalle nach ihrer Tendenz, Elektronen abzugeben (oxidiert zu werden):

Zn2+/Zn:E°=0,76  V(unedler)\text{Zn}^{2+}/\text{Zn}: E° = -0{,}76\;\text{V} \quad \text{(unedler)} Cu2+/Cu:E°=+0,34  V(edler)\text{Cu}^{2+}/\text{Cu}: E° = +0{,}34\;\text{V} \quad \text{(edler)}

Ein Metall mit negativerem Standardpotential ist unedler: Es hat eine stärkere Tendenz, Elektronen abzugeben (oxidiert zu werden). Zink (E°=0,76  VE° = -0{,}76\;\text{V}) ist deutlich unedler als Kupfer (E°=+0,34  VE° = +0{,}34\;\text{V}).

Zinkblech in Kupfersulfat-Lösung: Taucht man ein Zinkblech in eine CuSO4\text{CuSO}_4-Lösung, läuft die Redoxreaktion direkt an der Metalloberfläche ab — ohne räumliche Trennung. Das unedle Zink wird oxidiert, die Cu2+\text{Cu}^{2+}-Ionen werden reduziert:

Zn(s)+Cu(aq)2+    Zn(aq)2++Cu(s)\text{Zn}_{(s)} + \text{Cu}^{2+}_{(aq)} \;\longrightarrow\; \text{Zn}^{2+}_{(aq)} + \text{Cu}_{(s)}

Beobachtung: Das Zinkblech löst sich auf, und auf seiner Oberfläche scheidet sich ein rotbrauner Kupferbelag ab. Die blaue Lösung (Cu2+\text{Cu}^{2+}) entfärbt sich zunehmend, da die Kupfer-Ionen verbraucht werden. Im Unterschied zur galvanischen Zelle wird die Energie hier nicht als elektrischer Strom genutzt, sondern als Wärme freigesetzt.

Ergebnis

GrößeWert
Anode (Oxidation)Zink: ZnZn2++2e\text{Zn} \to \text{Zn}^{2+} + 2\,e^-
Kathode (Reduktion)Kupfer: Cu2++2eCu\text{Cu}^{2+} + 2\,e^- \to \text{Cu}
StandardzellspannungE°Zelle=+1,10  VE°_{\text{Zelle}} = +1{,}10\;\text{V}
Zn in CuSO₄-LösungZink löst sich auf, Kupfer scheidet sich ab

Schlagwörter

elektrochemiegalvanische-zelleredoxreaktionstandardpotential