Stochastische Unabhängigkeit prüfen
Zur Lektion: Bedingte Wahrscheinlichkeit
Aufgabenstellung
Bei einer Umfrage unter Schülerinnen und Schülern einer Oberstufe wurde erhoben, wer gerne Mathematik und wer gerne Sport mag. Die Ergebnisse:
-
Personen mögen Mathematik.
-
Personen mögen Sport.
-
Personen mögen beides.
-
(a) Stellen Sie eine Vierfeldertafel mit absoluten Häufigkeiten auf.
-
(b) Berechnen Sie und vergleichen Sie mit .
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(c) Prüfen Sie über , ob die Ereignisse stochastisch unabhängig sind.
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(d) Interpretieren Sie das Ergebnis: Was bedeutet die Abhängigkeit inhaltlich?
Lösungsweg
Schritt 1: Vierfeldertafel aufstellen (a)
Bezeichnungen:
- : „Person mag Mathematik”
- : „Person mag Sport”
Gegeben: , , ,
Daraus:
| (Mathe) | (nicht Mathe) | Summe | |
|---|---|---|---|
| (Sport) | |||
| (nicht Sport) | |||
| Summe |
Schritt 2: Bedingte Wahrscheinlichkeit vergleichen (b)
Die Wahrscheinlichkeit, Sport zu mögen, ist unter den Mathe-Fans höher als in der Gesamtgruppe.
Schritt 3: Multiplikationsregel prüfen (c)
Stochastische Unabhängigkeit liegt vor, wenn gilt.
Die Abweichung beträgt , also Prozentpunkte. Dies ist eine deutliche Abweichung.
Schritt 4: Inhaltliche Interpretation (d)
Die stochastische Abhängigkeit bedeutet: Wer Mathematik mag, mag mit höherer Wahrscheinlichkeit auch Sport ( statt ). Es gibt also einen positiven Zusammenhang zwischen den beiden Interessen.
Mögliche Erklärungen:
- Beide Interessen könnten eine gemeinsame Ursache haben, etwa eine allgemein hohe Leistungsbereitschaft oder ein Umfeld, das vielfältige Interessen fördert.
- Es könnte auch eine Verzerrung durch die Stichprobe vorliegen (z. B. bestimmte Klassen überrepräsentiert).
Wichtig: Stochastische Abhängigkeit bedeutet nicht zwingend Kausalität — aus dem Zusammenhang allein lässt sich keine Ursache-Wirkungs-Beziehung ableiten.
Ergebnis
| Frage | Antwort |
|---|---|
| vs. | |
| Unabhängigkeit | Nein — positiver Zusammenhang zwischen Mathe und Sport |