Laut einer aktuellen Studie sind die Körpergrößen von 18-jährigen Männern in Deutschland normalverteilt mit:
μ=178cmσ=7cm
Die Zufallsvariable X beschreibt die Körpergröße einer zufällig ausgewählten Person in cm. Es gilt also: X∼N(178; 49).
Für die Berechnungen steht eine Tabelle der Standardnormalverteilung (Φ-Tabelle) zur Verfügung. Ausgewählte Werte:
| z | Φ(z) |
|---|
| 1,00 | 0,8413 |
| 1,14 | 0,8729 |
| 1,29 | 0,9015 |
| 1,28 | 0,8997 |
| 2,00 | 0,9772 |
Für negative z-Werte gilt: Φ(−z)=1−Φ(z).
- (a) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig ausgewählte Person zwischen 170 cm und 185 cm groß ist. (4 BE)
- (b) Ab welcher Körpergröße gehört eine Person zu den größten 10 % der Population? (4 BE)
- (c) In einer Schulklasse mit 28 Schülern: Wie viele Schüler erwartet man im Bereich von 165 cm bis 190 cm? (4 BE)
Ziel: Wir berechnen die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig ausgewählte Person zwischen 170 cm und 185 cm groß ist.
Standardisierung der Grenzen:
Untere Grenze x1=170cm:
z1=σx1−μ=7170−178=7−8≈−1,14
Obere Grenze x2=185cm:
z2=σx2−μ=7185−178=77=1,00
Wahrscheinlichkeit berechnen:
P(170≤X≤185)=Φ(z2)−Φ(z1)=Φ(1,00)−Φ(−1,14)
Aus der Tabelle: Φ(1,00)=0,8413
Symmetrieregel: Φ(−1,14)=1−Φ(1,14)=1−0,8729=0,1271
P(170≤X≤185)=0,8413−0,1271=0,7142
Ergebnis: Mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 71,4 % ist eine zufällig ausgewählte Person zwischen 170 cm und 185 cm groß.
Plausibilitätsprüfung mit der 68-Regel: Das Intervall [μ−σ; μ+σ]=[171; 185] enthält 68 % der Werte. Unser Intervall [170; 185] ist etwas breiter auf der linken Seite — 71,4 % ist also plausibel. ✓
Ziel: Gesucht ist der Wert x∗, sodass P(X>x∗)=10%=0,10.
Umformulierung:
P(X>x∗)=0,10⇔P(X≤x∗)=0,90⇔Φ(z∗)=0,90
z∗ aus der Tabelle ablesen:
Aus der Φ-Tabelle: Φ(1,28)=0,8997≈0,90 und Φ(1,29)=0,9015
Wir wählen z∗≈1,28 (da 0,8997 näher an 0,90 liegt als der nächste Tabellenwert).
Rückrechnung in Originalgröße:
z∗=σx∗−μ⇒x∗=μ+z∗⋅σ
x∗=178+1,28⋅7=178+8,96=186,96cm
Ergebnis: Ab einer Körpergröße von ca. 187 cm gehört man zu den größten 10 % der Population.
Probe: z=7187−178=79≈1,29. Φ(1,29)=0,9015, also P(X>187)≈9,9% — das stimmt mit 10 % überein. ✓
Ziel: In einer Klasse mit n=28 Schülern: Wie viele liegen erwartungsgemäß zwischen 165 cm und 190 cm?
Standardisierung:
Untere Grenze x1=165cm:
z1=7165−178=7−13≈−1,86
Obere Grenze x2=190cm:
z2=7190−178=712≈1,71
Wahrscheinlichkeit berechnen:
P(165≤X≤190)=Φ(1,71)−Φ(−1,86)
Aus Tabellenwerten (interpoliert bzw. Taschenrechner):
- Φ(1,71)≈0,9564
- Φ(−1,86)=1−Φ(1,86)≈1−0,9686=0,0314
P(165≤X≤190)=0,9564−0,0314=0,9250
Erwartete Anzahl in der Klasse:
E=n⋅p=28⋅0,925=25,9≈26
Ergebnis: In einer Klasse mit 28 Schülern erwartet man ca. 26 Schüler im Größenbereich von 165 cm bis 190 cm.
Interpretation: Das entspricht 92,5 % der Schüler — das Intervall [165;190] umfasst nahezu [μ−1,86σ; μ+1,71σ], also etwas mehr als zwei Standardabweichungen auf beiden Seiten. Das ist konsistent mit der 95-%-Regel. ✓
| Teilaufgabe | Ergebnis |
|---|
| (a) P(170≤X≤185) | ≈71,4% |
| (b) Grenze obere 10 % | x∗≈187cm |
| (c) Erwartete Schüleranzahl in [165;190] | ≈26 von 28 |