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GRAIL-Mondsonde – Gravitation auf dem Mond
Aufgabenstellung
Die NASA-Mission GRAIL (Gravity Recovery and Interior Laboratory) entsandte 2011/2012 zwei Sonden zum Mond, um dessen Gravitationsfeld hochpräzise zu vermessen. Jede Sonde hatte eine Masse von m=200kg und umkreiste den Mond auf einer nahezu kreisförmigen Bahn in einer Höhe von h=50km über der Mondoberfläche.
Gegebene Konstanten:
Mondmasse: MMond=7,349⋅1022kg
Mondradius: RMond=1737km
Gravitationskonstante: G=6,674⋅10−11kg2N⋅m2
(a) Berechnen Sie die Gravitationskraft FG, die der Mond auf eine GRAIL-Sonde in der Umlaufbahn ausübt. (3 BE)
(b) Bestimmen Sie die Gravitationsfeldstärke gMond in der Umlaufhöhe und an der Mondoberfläche. (3 BE)
(c) Berechnen Sie die Bahngeschwindigkeit v und die Umlaufdauer T der Sonde. (3 BE)
(d) Berechnen Sie die Fluchtgeschwindigkeit (2. kosmische Geschwindigkeit) von der Mondoberfläche und vergleichen Sie mit dem Wert der Erde. (2 BE)
Lösungsweg
Schritt 1: Gravitationskraft auf die Sonde (a)
Der Bahnradius setzt sich aus Mondradius und Flughöhe zusammen:
r=RMond+h=1737km+50km=1787km=1,787⋅106m
Die Gravitationskraft nach dem Newtonschen Gravitationsgesetz:
Dies entspricht etwa 61 der Erdbeschleunigung (gE=9,81s2m) – ein Astronaut auf dem Mond wiegt also nur rund ein Sechstel seines Erdgewichts.
Schritt 3: Bahngeschwindigkeit und Umlaufdauer (c)
Bahngeschwindigkeit:
Für eine stabile Kreisbahn gilt FG=FZ:
G⋅r2MMond⋅m=m⋅rv2
Auflösen nach v (die Masse m der Sonde kürzt sich heraus):
v=rG⋅MMond
v=1,787⋅1066,674⋅10−11⋅7,349⋅1022
v=1,787⋅1064,904⋅1012=2,745⋅106
v≈1657sm≈1,66skm
Umlaufdauer:
T=v2πr=16572π⋅1,787⋅106
T=16571,123⋅107
T≈6776s
T≈6776s≈1h53min
Die GRAIL-Sonden umrundeten den Mond also knapp alle zwei Stunden – deutlich schneller als ein Erdsatellit in vergleichbarer relativer Höhe, da der Mond wesentlich kleiner ist.
Schritt 4: Fluchtgeschwindigkeit vom Mond (d)
Die Fluchtgeschwindigkeit (2. kosmische Geschwindigkeit) ist die Geschwindigkeit, bei der die kinetische Energie gerade ausreicht, das Gravitationsfeld vollständig zu verlassen. Aus dem Energieerhaltungssatz:
21mvflucht2=G⋅RMondMMond⋅m
vflucht=RMond2⋅G⋅MMond
Einsetzen:
vflucht=1,737⋅1062⋅6,674⋅10−11⋅7,349⋅1022
vflucht=1,737⋅1069,808⋅1012=5,647⋅106
vflucht,Mond≈2,38skm
Vergleich mit der Erde:
Die Fluchtgeschwindigkeit von der Erdoberfläche beträgt:
Die Fluchtgeschwindigkeit vom Mond beträgt nur etwa ein Fünftel der irdischen. Dies erklärt, warum der Mond keine nennenswerte Atmosphäre halten kann: Gasmoleküle mit ausreichender thermischer Geschwindigkeit entweichen leicht ins All.