Eine Fabrik produziert Glühbirnen. Erfahrungsgemäß sind 5 % der Birnen defekt. Aus einer laufenden Produktion wird eine Stichprobe von n=20 Birnen zufällig entnommen und geprüft. Die Zufallsgröße X beschreibt die Anzahl der defekten Birnen in der Stichprobe.
(a) Begründe, dass X binomialverteilt ist mit X∼B(20;0,05). Prüfe die Bedingungen einer Bernoulli-Kette.
(b) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass keine Birne defekt ist: P(X=0).
(c) Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens zwei Birnen defekt sind: P(X≥2).
(d) Bestimme den Erwartungswert E(X) und die Standardabweichung σ(X).
(e) Bestimme die 2σ-Umgebung des Erwartungswerts. Interpretiere das Ergebnis im Sachzusammenhang.
Lösungsweg
Schritt 1: Begründung der Binomialverteilung (a)
Eine Bernoulli-Kette liegt vor, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
Feste Anzahl von Versuchen: Es werden genau n=20 Birnen geprüft. ✓
Zwei Ausgänge pro Versuch: Jede Birne ist entweder defekt (Treffer) oder intakt (Niete). ✓
Konstante Trefferwahrscheinlichkeit: Die Defektrate beträgt bei jeder Birne p=0,05. ✓
Unabhängigkeit: Die Qualität einer Birne beeinflusst nicht die Qualität einer anderen (bei großer Produktionsmenge). ✓
Da alle Bedingungen erfüllt sind, ist X die Trefferzahl einer Bernoulli-Kette der Länge n=20 mit p=0,05.
X∼B(20;0,05)
Schritt 2: P(X=0) berechnen (b)
Mit der Formel der Binomialverteilung:
P(X=k)=(kn)⋅pk⋅(1−p)n−k
Für k=0:
P(X=0)=(020)⋅0,050⋅0,9520
=1⋅1⋅0,9520
P(X=0)≈0,3585≈35,8%
Schritt 3: P(X≥2) über Gegenereignis (c)
P(X≥2)=1−P(X=0)−P(X=1)
Zunächst P(X=1):
P(X=1)=(120)⋅0,051⋅0,9519
=20⋅0,05⋅0,9519≈20⋅0,05⋅0,3774
P(X=1)≈0,3774
Damit:
P(X≥2)=1−0,3585−0,3774
P(X≥2)≈0,2642≈26,4%
Schritt 4: Erwartungswert und Standardabweichung (d)
Erwartungswert:
E(X)=n⋅p=20⋅0,05=1
Varianz:
Var(X)=n⋅p⋅(1−p)=20⋅0,05⋅0,95=0,95
Standardabweichung:
σ(X)=Var(X)=0,95
E(X)=1,σ(X)≈0,9747
Im Schnitt enthält eine Stichprobe von 20 Birnen also genau eine defekte Birne.
Schritt 5: 2σ-Umgebung (e)
Die 2σ-Umgebung um den Erwartungswert umfasst das Intervall:
Interpretation: Mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 92,5 % enthält eine Stichprobe von 20 Birnen höchstens 2 defekte Exemplare. Werden 3 oder mehr defekte Birnen gefunden, wäre dies ein ungewöhnliches Ergebnis und könnte auf eine erhöhte Fehlerquote in der Produktion hindeuten.